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Schreibtischarbeit ist tödlich

Schreibtischarbeit ist tödlich

Schreibtischarbeit ist tödlich - hört endlich auf Euch jeden Tag von 9 – 17 Uhr hinzusetzen!

Viele Menschen haben Schreibtischjobs und sitzen mindestens 8 Stunden pro Tag – das sind 40 Stunden pro Woche! Wir wissen ja, dass das nicht besonders gesund sein kann. Aber wissen wir wie ungesund das wirklich ist?

Wenn man mehr als 30 Minuten am Stück sitzt, ist das schon zu lange, warnen viele Ärzte.

Hier einige Probleme, die durch zu langes Sitzen verursacht werden:

 

1. Sitzen macht dick!

Das verwundet uns nicht. Wenn wir sitzen, ist unsere körperliche Bewegung minimal. Wenn Ihr also wie die meisten Arbeitnehmer den ganzen Tag während Besprechungen was knabbert und diverse Cappuccinos aus der Firmenkaffeemaschine rauslasst, dann werden Eure Hosen bald ein bisschen zwicken, weil Ihr einfach keine der Kalorien verbraucht, die Ihr zu Euch nehmt.

 

2. Sitzen erhöht die Wahrscheinlichkeit durch einen Herzinfarkt zu sterben!

Wow, was für eine Dramaturgie, oder? Laut einer Studie im „Medicine & Science in Sports & Exercise“ Magazin haben die Menschen, die den ganzen Tag sitzen, ein 54% höheres Risiko einen Herzinfarkt zu bekommen.

„Wir beobachten das bei Menschen, die rauchen und nicht rauchen, bei Menschen, die Sport treiben und bei denen die es nicht tun, Sitzen ist ein unabhängiger Risikofaktor“ so Professor Peter Kathmarzyk.

Im Grunde genommen macht es keinen Unterschied, ob man abends Sport treibt, oder sich die ganze Zeit gesund ernährt – den ganzen Tag beider Arbeit zu Sitzen erhöht die Gefahr so oder so!


3. Sitzen bringt psychische Probleme!

Die Chiba Universität (Japan) hat 25.000 Arbeiter 3 Jahre lang beobachtet. Sie fanden heraus, dass wiederholtes Sitzen vor einem Computer über einen längeren Zeitraum zu Depressionen führen kann.

Die Ergebnisse, die im Amerikanischen „Journal of Medicine“ veröffentlicht wurden zeigten, dass durchschnittlich einer von vier Arbeitnehmern mehr als fünf Stunden am Schreibtisch sitzt. Diese Mitarbeitergruppe zeigte auch einen deutlichen Anstieg von psychischen Auffälligkeiten und Störungen.

 

4. Sitzen verursacht Nacken- und Rückenprobleme!

Nicht nur das Sitzen an sich verursacht Probleme, sondern auch die Art, wie wir sitzen. Mehr als die Hälfte der Angestellten in England (51%) leiden an Rückenschmerzen. Ein Fünftel von ihnen fällt sogar krankheitsbedingt ganz von der Arbeit aus.

Die vorgebeugte Körperhaltung bei der Bildschirmarbeit verursacht das „forward head syndrom“ bei dem sich die Nackenmuskeln verkürzen und verdicken, was wiederum Kopfschmerzen und Schmerzen in den Armen zur Folge hat. Eine schlechte Haltung beeinträchtigt auch die natürliche S-Kurve der Wirbelsäule, was zu Rückenproblemen führt.

 

5. Sitzen ist genauso ungesund und schädlich wie Rauchen!

Viele Studien weisen darauf hin, dass langes Sitzen mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes und vorzeitigem Tod in Verbindung steht.

„Rauchen ist sicherlich einer der großen Risikofaktoren bei Herzkreislauf Erkrankungen, und Sitzen kann in vielen Fällen als gleichwertig eingestuft werden“erklärt Dr. David Coven in Health watch (Link: https://sanfrancisco.cbslocal.com/2011/06/08/healthwatch-sitting-vs-smoking/)

Coven erklärt, dass während des Sitzens der Körper in einen Speichermodus geht. Wenn das passiert, hört der Körper auf so effektiv zu arbeiten, wie er sollte.

 

6. Sitzen lässt Deine Muskeln verkümmern!

Wenn Du ein einem Stuhl lümmelst, nutzt Du Deine Bauchmuskulatur nicht. Deine seitlichen Bauch-Muskeln verkürzen und verhärten sich und Deine Pomuskeln machen gar nichts. Das führt zu einer schlechten Körperhaltung, verkleinertem Bewegungsradius und einer generellen Rückbildung deiner Muskeln.

 

7. Sitzen fördert Funktionsstörungen im Bein!

Langes Sitzen kann zu Flüssigkeitsansammlung in den Beinvenen führen, auch venöse Stauungen genannt. Das schließt auch das Risiko für Blutgerinnsel mit ein, die tödlich sein können, wenn diese das Herz oder die Lunge erreichen.

 

8. Sitzen macht anfälliger für Nierenerkrankungen!

Bei einer chronischer Nierenerkrankung können die Nieren nicht gut genug unser Blut filtern, was zur Ansammlung von Schadstoffen im Körper und gegebenenfalls zu Nierenversagen führen kann.

In einer Studie des National Institutes of Health, welche in dem “American Journal of Kidney Diseases” veröffentlicht wurde, konnten Frauen ihr Risiko für eine chronische Nierenerkrankung senken, indem sie weniger Stunden am Tag saßen. Das Risiko sank um mehr als 30%, indem die Sitz-Zeit von 8 auf 3 Stunden reduziert wurde.

Ganz ähnlich verhält es sich bei den Männern, bei denen sich das Risiko um 15% verringerte.

Und die Liste geht weiter und weiter.....

Aber wir hören hier mal auf. (Ich denke, Ihr habt den Grundgedanken verstanden, oder?)

Die Forschung zeigt, dass auch wenn Du sportlich aktiv bist, und jeden Tag 30 Minuten oder mehr trainierst, Du immer noch dem „Sitzrisiko“ ausgesetzt bist, wenn Du den ganzen Tag während der Arbeit sitzt. 

Lasst uns doch mal darüber nachdenken: Hier zum Beispiel ein typischer wöchentlicher Zeitplan von Montag-Freitag:

6:00 Aufstehen

7:30 Frühstück

9:00 – 12:00: 3 Stunden Schreibtischarbeit vorm Computer

12:00 – 13:00: 1 Stunde Mittagessen, sitzend, dabei im Internet surfen

13:00 – 17:00: 4 Stunden Schreibtischarbeit vorm Computer

18:00 – 19:00: Joggen

20:00 – 23:00: 3 Stunden Essen und / oder Couch mit Quatschen, Fernsehschauen, Surfen..

Also, abgesehen davon, dass ich Joggen war, hab ich insgesamt 11 Stunden gesessen, und wie wir ja gelernt haben, ist das nicht besonders gut für mich!

Muss ich mir jetzt einen neuen Job suchen? Nein, das wäre jetzt echt zu viel verlangt. Aber es gibt ein paar Dinge, die Du optimieren kannst, um den Teufelskreis des Dauersitzens zu durchbrechen und Deine Sitzgewohnheiten zu verbessern.

  

1. Steh auf!

Irgendwie ist es eine naheliegende Antwort, mehr zu Stehen als zu Sitzen. Stehsitztische werden immer beliebter.. 

Mit elektrisch höhenverstellbaren Schreibtischen kann man per Knopfdruck bequem zwischen Stehen uns Sitzen wunderbar wechseln. Es gibt viele Anbieter höhenverstellbarer Schreibtische im Markt. Die Meisten Tische fangen preislich bei 700 EUR an.

Nicht viele höhenverstellbare Arbeitsplätze bieten ein smartes Feature, das aber wirklich Sinn macht.

Das Smartfurniture #brain macht den Eliot Stehsitztisch smart. Die Eliot-App zeigt Dir die Tischhöhe an, merkt sich Steh- und Sitzdauer und spornt Dich an, mehr zu stehen, wenn Du magst. Außerdem erkennt sie Deine individuellen Präferenzen.

Ein smarter Steh-Sitz-Tisch wie Eliot kann mit seiner App auch ein bisschen netter zu den Nutzern sein, indem er zum Beispiel an Tagen, an denen man müder ist, dem Nutzer mehr Sitz-Zeit zugesteht (wie zum Beispiel an Montagen)

Wenn Euer Chef noch nicht von höhenverstellbaren Schreibtischen überzeigt ist, leitet ihm doch einfach mal diesen Artikel weiter.

 

2. Sitz ordentlich!

Versuche eine Armlänge Abstand zum Monitor einzuhalten. Die obere Monitorkante sollte mit Deinen Augen auf einer Höhe sein.

Sitze aufrecht und versuche den Kopf nicht vorzustrecken, Dein Nacken solltest Du in einer entspannten und neutralen Position halten.

Vermeide Schmerzen im unteren Rücken, indem Du Deine Lordose-Stütze verwendest.

Deine Unterarme sollten parallel zum Boden sein und über die gesamte Länge auf der Tischplatte aufliegen.

Achte darauf, dass Deine Handgelenke und Unterarme in einer Ebene sin, wenn Du eine Tastatur nutzt. (So vermeidest Du Sehnenscheidenentzündungen)

Beide Füße sollten gerade auf dem Boden stehen, vermeide Deine Beine übereinander zu schlagen.

 

3. Investiere in einen ergonomischen Stuhl

Ziel der Ergonomie ist es, eine optimale Anpassung der Arbeitsumgebung und der zahlreichen Arbeitsgeräte an die menschlichen Bedürfnisse zu finden und nicht umgekehrt.

Um einen Stuhl als ergonomisch einstufen zu können, sollten verschiedene Teile einstellbar sein.

  • Die Sitzhöhe sollte so einstellbar sein, dass man korrekt am Schreibtisch und Monitor sitzt.
  • Die Sitztiefe definiert, wie weit vorne oder hinten man auf einen Stuhl sitzt. Die Oberschenkel sollten voll aufliegen, ohne dass die Blutzirkulation unter dem Knie behindert wird.
  • Dreh-Fuß für uneingeschränkte Manövrierbarkeit
  • Nackenstütze, damit der Nacken mal entspannen kann, und das Gewicht vom Oberkörper aufgefangen wird, und somit Druck auf Wirbelsäule und Muskeln reduziert wird.
  • Sitzneigeverstellung damit das Becken in der richtigen Position ist
  • Eine Lordosenstütze unterstützt die natürliche S-Kurve der Wirbelsäule
  • Kopfstütze für Unterstützung von Kopf und Nacken.

Diese Anpassbarkeit kann korrektes Sitzen unterstützen und die Gefahren des Sitzens reduzieren, und Rückenschmerzen vermindern.

Jeder Mensch ist anders, und daher gibt es nicht den einen Stuhl für alle. Voll einstellbare ergonomische Stühle können sich den unterschiedlichsten Anforderungen und Bedürfnissen verschiedenster Nutzer anpassen.

 

4. Mach Yoga

Einfache Dehnungen aus dem Yoga halten Deinen Rücken gerade und verbessern die Dehnbarkeit und Flexibilität Deines Rückens.

Ein guter Anfang sind die Kuh und Katzen-Positionen. Beginne auf allen Vieren mit geradem Rücken und Blick auf den Boden. Bei Ausatmen krümme den Rücken und mach Deine Wirbelsäule rund wie einen Katzenbuckel, lass den Kopf locker und ziehe Dein Kinn Richtung Brust. Atme ein und bewege Deinen Rücken Richtung Boden, Hüfte, Steißbeim und Brust Richtung Decke und schau nach oben. Diese Sequenz zwei- drei Mal pro Woche wiederholt trägt zu einem starken Rücken bei.

 

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